Kunststofftechnologie

Umspritzte Steckverbinder erregen das Interesse vieler Anwender. Machen Sie keine Abstriche in punkto Schutzart oder Bemessungsspannung. Ein eigens konstruierter Steckeraufbau erzielt bei uns die gleichen technischen Daten wie Sie es von verschraubten Steckern gewohnt sind. Bei uns erhalten Sie die Basiskomponenten des Marktführers Intercontec zu mehr als 80% der Motoranschlüsse im Markt. Denn wir sind Partner der Intercontec Produkt GmbH. Darauf setzt der Markt. Wir machen den Unterschied, achten Sie auf die Details. Für den störungsfreien Betrieb ist ein Steckeraufbau mit entkoppelten Wirkmechanismen entscheidend. Fragen Sie uns.

 

Ihre Vorteile

• Manipulationssicher
• Zugentlastung – vom Umspritzen entkoppelt

• 360° - Schirmanbindung
• IP67 – unabhängig vom Umspritzen und von Biegezyklen
• Volle Spannung, voller Strom -  kein Reduzieren der Bemessungsdaten
• Signal und Leistung - viele Polbilder verfügbar
• SpringTec (Ø 18) und M23 auch mit SpeedTec-Sicherheitsverschluss

Kunststoffe und Materialgruppen

Kunststoffe finden in der Elektronik vielfältig Anwendung, da sie in ihren Eigenschaften sehr vielseitig sind und die unterschiedlichen Materialgruppen eine Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten bieten.
Steckergehäuse und Kontaktträger müssen in erster Linie hart aber dennoch schlagzäh sein d.h. sie müssen so fest sein, dass sie ihre Form beibehalten, aber so flexibel um Druck abzufangen ohne rissig oder brüchig zu werden. Klassischerweise erfüllen die Materialien PA, PBT und PC diese Anforderungen.
Für die Kabelherstellung insbesondere für die Kabelummantelung wird in der Regel PE, PP, PVC oder TPU verwendet. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie zäh und sehr elastisch sind. TPU nimmt hierbei eine  Sonderrolle ein, da es häufig in beiden Bereichen Anwendung findet.


Master und Additiv-Batche

Der Begriff Masterbatch, (auch Farb-, Additiv-, Kombigranulat) bezeichnet ein Kunststoffadditiv in Granulatform, welches die Eigenschaften eines Kunststoffes beeinflusst. Mit Hilfe von Farb-Masterbatches wird die gewünschte Farbgebung des Kunststoffes erreicht. Weitere Eigenschaften sind, wie z.B. UV- Beständigkeit, ESO-Schutz oder Flammschutz. Mit Kombikonzentraten können sowohl Farb- als auch Materialeigenschaften gesteuert werden. Zum Erreichen der gewünschten Eigenschaften ist meist eine Zugabe von 3 – 5% zum Granulat nötig. Eine so geringe Dosierung wird durch die sehr hohe Konzentration an Zusätzen (z.B. Farbpigmenten wie Ruß) in der Kunststoffmatrix möglich. Ein Masterbatch besteht zum größten Teil aus Farbpigmenten oder Additiven. Die Kunststoffmenge in einem Batch ist so gering, dass die Bildung von Granulat/Pulver noch möglich ist.


Oberflächen

Zur Verbesserung von Optik und Haptik, gibt es die Möglichkeit verschiedenste Oberflächen auf einen Artikel aufzubringen. Diese Oberflächengüten/ -rauigkeiten werden u.a. in der VDI - Richtlinie 3400 beschrieben und in verschiedene Referenzen (Ref.) unterteilt. Je kleiner die Zahl, desto feiner die Struktur (z.B. Ref. 12). Eine höhere Zahl bedeutet eine gröbere Oberfläche (z.B. Ref. 45). Weitere mögliche Oberflächen sind Ätz-Narbstrukturen, wie sie häufig im Automotivinterieur eingesetzt werden oder polierte Oberflächen bis hin zu Hochglanzpolituren.


Antistatische Ausführungen

Durch Zugabe eines Antistatikums, in Form eines Masterbatches, wird einer statischen Aufladung des Steckverbinders entgegengewirkt. Durch dieses Additiv wird der Oberflächenwiderstand herabgesetzt und statische Ladungen können abfließen bzw. abgeleitet werden. Dieses Masterbatch wird bei Steckverbindern z.B. in explosionsgefährdeten Umgebungen eingesetzt.


Medienresistenzen

Der Begriff Medienresistenz beschreibt die Widerstandsfähigkeit unter verschiedenen Voraussetzungen. Also generelle Beständigkeit gegen bestimmte Medien und deren Auswirkung auf die Eigenschaften des Kunststoffes. Die Medienresistenz kann sich auf die Dauergebrauchstemperatur in einem Medium oder aber auf die Standzeit in einem aggressiven Medium beziehen. Aggressive Medien können Flüssigkeiten (Öle, Kraftstoffe, Säuren oder Basen), Aerosole, Dämpfe oder weitere gasförmige Stoffe sein, die die Eigenschaften des Kunststoffes in punkto Schlagzähigkeit, Zugfestigkeit oder Quellung negativ beeinflussen.


Schutzart bei Umspritzen

Nicht alle umspritzten Steckverbinder erfüllen automatisch die Schutzklasse IP66/67. Im Gegenteil, ungünstig gewählte Konstruktionen können das Eindringen von Flüssigkeiten sogar begünstigen. Durch kleine Spalten oder Hohlräume können niederviskose (dünnflüssige) Medien entgegen der Gravitation nach oben steigen. Diese Kapillarwirkung ist bei Steckverbindern mit ausgewiesener Schutzklasse auszuschließen.
Umspritzte Steckverbinder von Sangel haben deshalb bereits vor dem Umspritzen die Schutzart erreicht. Dies hat zum Vorteil, dass die Umspritzung die Gummidichtungen gegen Umgebungseinflüsse, wie aggressive Medien und UV-Licht schützt und somit eine vorzeitigen Alterung vorbeugt.


Yellowcards

Yellowcards sind öffentlich zugängliche Dokumente, die es ermöglichen, die erreichte UL-Klassifizierung einzusehen und nachzulesen. Zu finden sind diese Dokumente auf der Seite www.ul.com. Die Yellowcards enthalten u.a. Informationen zur Brennbarkeit in einer offenen Flamme (Bunsenbrenner), Entzündung an einem heißen Draht (HWI) und der Entzündung an einem Lichtbogen (HAI, Starkstromlichtbogenprüfung).  Hier wird zwischen den verschiedenen Klassen V0, V2 und HB unterschieden. V0 ist die sicherste Klasse neben V2 und HB. Die Testkriterien zum erreichen der Klassifizierungen sind das Brandverhalten in der Flamme, das weitere Brandverhalten außerhalb der Flamme und das Abtropfen heißen und ggf. brennenden Kunststoffs vom Probenkörper.


Temperaturen

Der Einsatztemperaturbereich für umspritzte Steckverbinder hängt von dem verwendeten Kunststoff und den geforderten mechanischen Eigenschaften ab. Steckverbinder, die sehr niedrigen Temperaturen standhalten müssen, sind meist aus einem zäh-elastischen Kunststoff der in großer Kälte weiterhin seine Schlagzähigkeit beibehält. Steckverbinder, die hohen Temperaturen ausgesetzt sind, werden i.d.R. aus härteren Kunststoffen hergestellt, die bei hohen Temperaturen nicht erweichen und somit ihre mechanischen Eigenschaften beibehalten. Umspritzte Steckverbinder, die einen großen Temperaturbereich abdecken müssen, werden für einen der beiden Einsatzbereiche ausgelegt (eher große Kälte oder große Wärme). Zum Beispiel der Temperaturbereich eher große Wärme von -20°C bis +90°C oder große Kälte von -40°C bis +80°C, als gängige Abstufungen. Führend sind die gewünschten mechanischen Eigenschaften der Umspritzung. Im Bereich unter 0°C wird von einer Glasüberganstemperatur gesprochen, wenn der Kunststoff seine zäh-elastischen Eigenschaften verliert. Im Bereich über 0°C wird von einer Erweichungstemperatur gesprochen, da der Kunststoff einen Großteil seiner Härte und Formbeständigkeit verliert.


Manipulationsschutz

Das Umspritzen mit Kunststoff versiegelt den Stecker und schützt ihn gegen Eingriff und Manipulation. Die Umspritzung macht es unmöglich den Stecker zerstörungsfrei zu öffnen. Der Manipulationsschutz trägt somit zur Arbeitssicherheit bei, da der Steckverbinder nicht versehentlich oder unbefugt geöffnet werden kann. Weiterhin bringt dies Sicherheit im Gewährleistungsfall, da der Steckverbinder nicht fahrlässig durch Öffnen beschädigt werden kann. Ausfälle und mögliche Verletzungsrisiken durch Öffnen und falsches Wiederverschließen bzw. Zusammenbauen des Steckers wird vorgebeugt.


Designfreiheit

Das Fertigungsverfahren des Spritzgießens bietet höchste Designfreiheit und ermöglicht es den Bauraum des Steckverbinders zu beeinflussen. Das Verfahren bietet ebenfalls die Möglichkeit Sonderwünsche, wie z.B. Status-LEDs zu realisieren.


Labeling und Wechseleinsätze

Die Verwendung von Wechsel-, Werkzeug- oder Schriftfeldeinsätzen ermöglicht das Einbringen von neuen Geometrien, wie z.B. verschiedene Labels, in die formgebenden Spritzgießwerkzeuge. So wird es möglich, bei dem Umspritzvorgang ein Label auf den Artikel aufzubringen. Je nach Größe und Form des Wechseleinsatzes können verschiedenste Label-Designs umgesetzt werden. Diese Wechseleinsätze sind eigens für die Anwendung und das Spritzgusswerkzeug angefertigte Kerne.